Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Graben -1063-

2011-11-00 Urkunde StadtA

Original im Stadtarchiv Augsburg Nr. 3


Unter der Regentschaft des Augsburger Bischofs Heinrich II (1047-1063) wurde Graben zum ersten Mal nachweislich erwähnt. Die Originalurkunde befindet sich im Stadtarchiv Augsburg und ist wissenschaftlich sehr umstritten, da manche Erwerbungen erst nach 1063 zum Besitz des Bistums gelangten und eventuell einige Ortschaften auf die Originalurkunde nach 1100 gesetzt wurden.




Bischof Heinrich erwarb ein Gut in Aislingen im Landkreis Dillingen und übergab es durch die Hand des Edlen Sigepoto dem Altar der hl. Maria zur Nutzung durch die Kanoniker unter Ausbedingungen einer Pfründe und der Verbrüderung. Er übertrug am gleichen Tag alles, was während seiner Bischofszeit unter der gleichen Bedingung für die Kirche (Dom in Augsburg) erworben wurde, in die Verfügungsgewalt und den Nutzgenuß der Kanoniker. Die Urkunde muss zwischen Januar und August 1063 erstellt worden sein, denn im September verstarb Bischof Heinrich II in Augsburg.









Übersetzung:

 

In Namen der Hochheiligen und Unteilbaren Dreifaltigkeit

Alle Christen, sowohl die gegenwärtigen wie auch die zukünftigen, sollen wissen, dass der Bischofssitz von Heinrich Bischof von Augsburg von Hand eines Gewissen Adligen Sigepoto in Eigislinga einen Besitz gebunden mit dem Altar Sankta Maria als kanonische Schenkung ohne jede Restriktion von den Fruchten bekommen hat. Außerdem am gleichen Tag:


In Eigislinga 2 Hufen


Die Ropert von Ursina

In Affeltrah 2 Hufen

In Loubon ½ Hufe

übergeben hat

In Sevzzergovua 1 Hufe

In Purron ½ Hufe

in Tunnebunt 1 Hufe

In Stubon 1 Hufe

In Gronoua 1 Hube

In Popinga  2 ½ Hufen

In Bonestetten 1 Hufe

In Gershoua 1 Hufe

In Pitengouua 1 Hufe

In Holzeswanc 1 Hufe

In Segeloua  1 Hufe u. Kirche

In Stocheim 1 Hufe

In Grabon 2 Hufen u. Kirche

1 Hufe, die der Probst für einen

In Heicperg 1 Hufe

 

Denar besitzt

In Steindorf 2 Hufen

 

1 Hufe, die der Diemar für 8

In Heselivuanc 2 Hufen

 

Schilling besitzt

Waitofestete ½ Hufe mit Wald

 

In Haselach 1 Hufe

In Otringa 1 Gut

 



Eigislinga- Aislingen LK Dillingen; Loubon- Lauben LK Memmingen; Purron- Ettenbeuren LK Günzburg; Gronoua- Grünhöfe LK Günzburg; Gershoua- Gersthofen LK Augsburg; Haselach- Haslach LK Kaufbeuren; Ropert von Ursina- Ruprecht II von Ursin; Tunnebunt- abgegangenes Dorf bei Dasing; Popinga- Bobingen LK Augsburg; Pitengouua- Peiting LK Schongau; Stocheim- Stockheim LK Mindelheim; Heicperg- Heimberg LK Augsburg; Steindorf LK Fürstenfeldbruck; Heselivuanc- Höselwang ein Flurname bei Mindelheim; Waitofestete- Wortelstetten bei Wertingen; Otringa- Ein Gutsbezirk, den Herzog Welf übergab, welcher Welf ( der II oder III) ist nicht bekannt; Affeltrah- Apfeltrach LK Unterallgäu; Sevzzergovua- Kunzenhausen LK Augsburg; Stubon- abgegangenes Dorf bei Burgau; Bonestetten- Bonstetten LK Augsburg; Holzeswanc- Holzwang LK Neu Ulm; Grabon- Graben LK Augsburg.


Übersetzung aus dem Lateinischen von Prof. Xaver Moll


Hans Pade

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