Die ersten Gebäude auf dem Lechfeld

 

Nach dem Erwerb von Grundstücken des bayrischen Königreichs im Jahre 1862 plante das Militär feste Gebäude auf den neu erschaffen „Truppenübungsplatz Lechfeld" zu errichten. Die ersten Planungen wurden 1863 vom königlich bayrischen Artillerie Korps Kommando in München aufgenommen. In den Planungen waren ein Kasernengebäude und Stallungen für die Pferde vorgesehen. Die übenden Soldaten sollten in Zelten untergebracht werden. Der Platz wurde nach militärlogistischen Gesichtspunkten ausgewählt, gelegen östlich an der Chaussee von Augsburg nach Landsberg, auf Gräbinger Flur und im Bereich von Grundwasser, dass durch Brunnen erschlossen werden konnte. Schon im September 1863 begann man mit dem Bau dieser Gebäude. Bereits 1865 konnten diese bezogen werden. Das Kasernengebäude II hatte eine Länge von 175 Metern und war von Nord nach Süd ausgerichtet. Es beinhaltete Dienstzimmer der Offiziere der Artillerie und Infanterie und Wohnungen der Offiziere, verschiedene Werkstätten, wie zum Beispiel Sattlerei, Wagnerei, Waschküche und Schmiede usw.


Kaserne II

Grossansicht in neuem Fenster: Bild 01

                                                Original im bayrischen Hauptstaatsarchiv




Grossansicht in neuem Fenster: Bild 02

 

Zeichnung der Kaserne II um ca. 1900 (Westseite)


 

 

 Grossansicht in neuem Fenster: Bild 03

 

(Rechts) Mitteltrakt der Kaserne II Südwestseite (Aufnahme 1939 von Foto-Putsch Lagerlechfeld)

 

 

Die beiden Pferdeställe grenzten direkt an die Chaussee Straße an, waren in Ost-West Richtung ausgerichtet und hatten eine Länge von ca. 88 Metern. Die drei Gebäude platzierte man so, dass diese einen Innenhof von 117 m x 88 m bildete, der mit einer Straße geteilt wurde. Darüber hinaus wurden Bäume im Bereich des Innenhofes und um die Gebäude gepflanzt, die teilweise noch heute vorhanden sind.



 


 

Westseite 

 

 Grossansicht in neuem Fenster: Bild 04

 

Ostseite

 

 

Lageplan der ersten Gebäude

 

An der Ostseite der Kaserne II wurde ein halbkreisförmiger Garten nach englischem Vorbild angelegt. Große Sorge bereitete das Baumaterial und die Arbeitskräfte, denn nach der Planung begann man sofort mit dem Bau der Kasernenanlage. Leider traten in der Bauphase Lieferschwierigkeiten auf. Alle Gebäude wurden aus Backsteinen errichtet, die man in Schwabmünchen und Bobingen produzierte. Im Prinzip wären die Gebäude mit der Backsteinfassade schon ein schöner Anblick gewesen, doch machte sich das Militär sorgen, dass mit den Wetterverhältnissen auf dem Lechfelde der Mörtel aus den Steinen gewaschen werden könnte und aus diesem Grund verputze man die Fassaden und strich sie mit weißer Kalkfarbe.

Die beiden Pferdeställe riss man 1933 nieder. An dieser Stelle hatte man im 3. Reich neue Gebäude errichtet (Gebäude 40 & 41), die noch heute vorhanden sind.

Die Kaserne II nutzte man von 1934 bis 1944 als Lagerhaus. Westlich davon errichtete das Militär zwei Unterkunftsgebäude. Am 12. September 1944 fiel die Kaserne II dem Bombenangriff zum Opfer. Dessen Reste wurden 1948 abgerissen. Auf dem Gelände, im nördlichen Teil, errichtete man 1973/74 die Schwimmhalle und im südlichen Teil eine Grünanlage. Im Bereich der Gartenanlage erbaute man 1934 eine Flugzeughalle, die ebenfalls dem Bombenangriffen zum Opfer fiel. An dieser Stelle stellte die  Bundeswehr 1955 ein Fertigteilgebäude auf, das jetzt die Gebäude-Nr. 48 trägt.

 

 

 

 

 

 

Bild 05

 

 

Mitteltrakt- Kaserne II 1939 (Gemeindearchiv Graben)

 

 

 

Verfasser: Hans Pade August 2011

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